Entlastungsprämie braucht Praxisnähe – nicht neue Erwartungen
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Die Bundesregierung kündigt für 2026 eine steuer- und abgabenfreie Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro an. Ziel ist es, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer finanziell zu entlasten. Dieses Ziel ist richtig – doch der Weg dorthin ist aus Sicht der Mittelstands- und Wirtschaftsunion im Oberbergischen Kreis bislang nicht praxistauglich.
Sascha Schier, Kreisvorsitzender der MIT Oberbergischer Kreis, stellt klar:
„Werte Bundesregierung: Man verspricht nicht das Geld anderer Leute.
Entlastung kann nur funktionieren, wenn sie realistisch und umsetzbar ist – für Beschäftigte und für die Betriebe.“
Gerade im Oberbergischen Kreis mit seiner starken mittelständischen Struktur und vielen Handwerksbetrieben stehen zahlreiche Unternehmen wirtschaftlich unter erheblichem Druck. Steigende Kosten, hohe Abgaben und zunehmende Bürokratie lassen oft keinen finanziellen Spielraum für zusätzliche Leistungen.
Problematisch ist vor allem, dass die Entlastungsprämie derzeit ausschließlich als zusätzliche Sonderzahlung vorgesehen ist. Damit entsteht eine Erwartungshaltung, die viele Betriebe nicht erfüllen können – auch wenn die Zahlung formal freiwillig ist.
Die MIT fordert daher klare Nachbesserungen:
- Mehr Flexibilität beim Einsatz der Prämie, etwa für Überstunden, Mehrarbeit oder leistungsbezogene Sonderzahlungen
- Eine Verlängerung des Auszahlungszeitraums, damit bereits abgeschlossene Planungen und Tarifverhandlungen berücksichtigt werden
- Eindeutige Kommunikation, dass es sich nicht um einen staatlichen Anspruch handelt
„Man kann Arbeitnehmer nur dann entlasten, wenn man die Betriebe nicht zusätzlich belastet“, so Schier weiter. „Alles andere ist keine Wirtschaftspolitik mit Augenmaß, sondern gut gemeinte Symbolpolitik.“
Die MIT Oberbergischer Kreis wird sich weiterhin klar und konstruktiv für eine mittelstandsfreundliche Ausgestaltung der Entlastungsprämie einsetzen – damit Leistungsbereitschaft honoriert wird, ohne die wirtschaftliche Basis unserer Region zu gefährden.